Geldwissen

Geldwerte vs. Sachwerte

Der wesentliche Unterschied ist einfach zu beschreiben: Sachwerte kann man greifen, anfassen, Geldwerte bestehen aus Papier oder digitalen Zahlen. Rechtlich ist der Unterschied häufig der, dass es sich bei Sachwerten z.B. um Eigentum oder Eigentumsanteile handelt, während Geldwerte abseits von Bargeld nur schriftliche Versprechen sind. Die Basis für Geldwerte und deren Zins(erträge) sind fast immer Schuldverschreibungen in allen möglichen Variationen.

Sie fungieren Sie in vielen Fällen z.B. Sie als "Kreditgeber" gegenüber einem Dritten (z.B. Bank oder Versicherung, etc.). An dieser Stelle treten Sie schriftlich Ihr Eigentum an den Dritten ab. Dies ist dann rechtlich nicht mehr Ihr Eigentum, auch wenn Sie grundsätzlich natürlich ein Anrecht darauf haben Ihr Eigentum zzgl. etwaiger, vereinbarter Leihgebühren (Zinsen) wiederzubekommen. Solange all dies funktioniert und das System läuft, bekommen Sie auch alles wieder. Aber stellen Sie sich vor, Sie wüssten, dass Ihr Nachbar 500.000 EUR Schulden hat und nur 2.000 EUR verdient. Würden Sie ihm spontan 20.000 EUR leihen? Nicht!? Dies ist jedoch sinngemäß die Regel, wenn Menschen Ihr Geld zu Versicherungen oder Banken tragen, um es von denen widerum "verwalten" zu lassen, wobei viele Finanzinstitute deutlich bescheidener dastehen!

Der Sachwert trägt seinen Wert in sich

Natürlich gibt es vielerlei unterschiedliche Arten von Sachwerten - jedoch behalten diese immer ihren Grundwert. Manchmal ist es nur ein Materialwert, mal ist es eine Funktion, die mit dem Materialwert in Verbindung steht und somit einen Mehrwert ergibt.

Sollte Geld einmal, wie in der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre, plötzlich nichts mehr wert sein, werden Sie Ihr Haus, Ihre Schubkarre, Ihr Auto oder Ihre Münzsammlung nicht verschenken - ein bedrucktes Blatt Papier, das zwar einen Wert ausweist, aber keinen Gegenwert mehr hat, schon eher. Verwechseln Sie hierbei bitte nicht den Unterschied zwischen einem Schriftstück, das Sie als Inhaber ausweist, mit einem Schriftstück, das ein theoretisches Vertragswerk beinhaltet, dessen Substanz aber zumindest fragwürdig ist.

Inflation / Kaufkraftverlust

Geldwerte unterliegen immer der Inflation, egal wie hoch diese auch sein mag. Das bedeutet, dass Sie bei jedem Zins, den Sie bekommen Ihren persönlichen Inflationswert abziehen müssen. Dann wissen Sie, ob nicht nur der Nennwert zunimmt, sondern auch Ihre Kaufkraft. Bei Geldwert-Kapitalanlagen bekommen Sie eigentlich nirgends Zinssätze, welche über Ihre Inflation hinausgehen. So ist die Gefahr bei Geldwerten groß sich arm zu sparen!

Wenn der Gegenwert eines Sachwertes nur erhalten bleibt, ohne Wertzuwachs, ohne wirtschaftlichen Ertrag, o.ä., steigt mit der Inflation in gleichem Maße auch der aktuelle Nennwert des Sachwertes, um den gleichen Gegenwert zu erhalten. Hierbei muss also für eine Anlage im Wesentlichen das Potential an Wertzuwachs oder an wirtschaftlich möglichen Erträgen festgemacht werden. Daher eignet sich natürlich auch nicht jeder Sachwert als Kapitalanlage für lange Zeiträume.