Finanzwissen

Genussrechte

Erwerben Sie Genussrechte, sind Sie Kapitalgeber und gehen dabei ein schuldrechtliches Verhältnis ein. Sie haben kein Stimmrecht in der Gesellschaft, sondern sind an den Gewinnen und Verlusten der Gesellschaft beteiligt. Bei einer Liquidation einer Gesellschaft haben die meisten anderen Gläubiger Vorrang vor Inhabern von Genussrechtsanteilen.

Genussrechte existieren nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie werden anhand der Genussrechts-Beteiligung am Unternehmensjahresergebnis beteiligt, die Genussrechts-Bedingungen regeln hierbei wie sich die Ergebnisbeteiligung berechnet und daraus folgernd für Sie tatsächlich ausfällt. Fällt das Jahresergebnis negativ aus, werden die anteiligen Verluste meistens vom Genussrechtskapital abgezogen und bei einer Besserung in den Folgejahren entsprechend wieder "aufgefüllt". Vor allem ist dieser Punkt interesant im Bezug zur Laufzeit, denn der Rückfluss geschieht bei festgelegtem Beendigungszeitpunkt, unabhängig der Einzahlungshöhe. Allerdings kann auch eine Mindestlaufzeit (mit Kündigungsausschlussfrist) und dafür offenem Endzeitpunkt vereinbart sein.
Kapitalform: unternehmerische Beteiligung mit schuldrechtlichem Kapitalüberlassungsverhältnis
Inflation / Kaufkraftverlust: Hängt von der Gesellschaftsform und deren Erzeugnissen ab. Theoretischer Inflationsschutz.
Rendite: Totalverlust bis hohe Renditen sind möglich
Anlagezeitraum: mittel- bis eher langfristig
Kommentar: Machen Sie sich Gedanken über die Zukunft, über die Nachhaltigkeit und darüber mit welchem Geld Sie in eine solche Anlageform investieren. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Blick nicht von Renditeerwartungen trüben lässt und gehen Sie nur Verträge ein, deren Inhalte Sie definitiv verstanden haben und deren Konsequenzen Ihnen bewusst sind!