Finanzwissen

Derivate

Derivate sind handelbare Verträge, die z.B. Pakete anderer Verträge beinhalten, die ihrerseits ggf. nicht handelbar sind. Was in der Theorie ursprünglich u.a. auch als Risikostreuung (z.B. Ausfall von Kreditrückzahlungen) gedacht war, hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend als "Verschleierungspaket" etabliert. Jegliche Arten von Wetten, Versicherungsrisiken, Termingeschäften, usw. wurden in solche Derivate verpackt und gebündelt.

Der Grundgedanke hat durchaus seine positiven Seiten, jedoch ist in der Realität der Inhalt eines Derivates kaum noch einschätzbar. Derivate werden als Bündel von den Ratingagenturen "geratet" und so enthielten z.B. als ein Teil-Auslöser der USA-Immobilienkrise Derivate viele Immobilienkreditverträge, viel zu teuer bewertete Immobilien (teilweise bessere Gartenhäuser). Durch das Derivat-Paket wurde aber nur ein Teil begutachtet und das Gesamtpaket mit besten Noten ausgestattet, während Einzelteile die schlechtesten Noten hätten bekommen müssen.

Dieses Beispiel zeigt wie etwas augenscheinlich Gutes zu etwas real Negativem werden kann. Passen Sie daher auf, WAS Sie mit einem Derivat kaufen. Oder halten Sie es einfach... Kaufen Sie nichts, was Sie nicht zu 100% verstanden haben!
Kapitalform: Inhalt ist nicht pauschal definierbar, jedoch ist das Vertragswerk selbst ein reines Papierversprechen
Inflation / Kaufkraftverlust: nicht einschätzbar
Rendite: Totalverlust bis unendlich
Anlagezeitraum: meist länger als die enthaltenen Laufzeiten, um das Risiko für die Herausgeber zusätzlich zu minimieren
Kommentar: Kaufen Sie nichts, was Sie nicht zu 100% verstanden haben! Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ein Derivat nur teilweise verstehen ist sehr hoch, da die Finanzwirtschaft viele Derivate selbst nicht versteht.