Finanzwissen

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine Mischung zwischen einer klassischen, privaten Altersvorsorge und einer steuerlichen Kapitalanlage. Sie als Arbeitnehmer haben ein rechtliches Anrecht darauf eine betriebliche Altersvorsorge mit Ihrem Arbeitgeber durchzuführen. Auch der Arbeitgeber hat die Möglichkeit für seine Belegschaft insgesamt einen Rahmenvertrag einzugehen, welcher ggf. bessere Konditionen für den Einzelnen bietet, als ein Einzelvertrag.

Der wichtigste Unterschied für Arbeitsnehmer und Arbeitgeber ist die steuerliche Betrachtung dieser Anlageform. Die Beiträge zur bAV werden vom Bruttogehalt abgezogen und fließen damit als 100%-Nennwert in das Vorsorgeprodukt. Die Konsequenz hieraus ist, dass sich das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers um eben diese Summe verringert. Dadurch werden in der Konsequenz die Lohnsteuer und die anderen Lohnnebenkosten für Arbeitnehmer und -geber geringer. So kosten z.B. 100 EUR monatlich den Arbeitnehmer (je nach Einkommen und Steuerklasse) z.B. netto nur 70 EUR. Der Arbeitgeber spart hierbei anteilig die Lohnnebenkosten, z.B. 30 - 40 EUR. Wenn Sie mehrere Mitarbeiter haben, können Sie hierdurch einige Nebenkosten sparen und unterstützen Ihre Mitarbeiter zusätzlich im Aufbau einer Altersvorsorge.

Doch auch hier gibt es vielerlei Unterschiede in welche Produkte Sie sparen können oder wo ein Wechsel der Anlagen oder des Arbeitsgebers problemlos möglich ist und wo nicht. Des Weiteren sollten Arbeitgeber darauf achten, dass Sie rechtlicher Vertragspartner der jeweiligen Gesellschaft und somit u.U. in eine Haftungssituation geraten können! Hier sollten Sie sich absichern, dass insbesondere die Gesundheitsfragen des Arbeitnehmers zu 100% wahrheitsgemäß ausfallen und keine Krankheit "vergessen" wird.
Kapitalform: abhängig von der Investitions- / Produktform und -art
Inflation / Kaufkraftverlust: unterliegt bei vielen Produkten der Inflation, dem Kaufkraftverlust
Zinsen: produktabhängig
Anlagezeitraum: eher langfristig, Flexibilität ist vertragsabhängig
Alternativen: z.B. (pauschaldotierte) Unterstützungskasse
Kommentar: Achten Sie auf die Produktwahl, die welche die Beiträge fließen sollen. Achten Sie als Arbeitgeber ebenfalls auf rechtliche Fallstricke, um Ihr Risiko zu minieren.